Humboldt-Forum: Neues an alter Stelle

Schlüterhof: Blick aus dem Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb
Schlüterhof: Blick aus dem Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb

Zum Fotoalbum. Noch schwenken die Kräne über den Bau.  Und unten im Schlüterhof, in dem Besucher irgendwann  gemütlich Kaffee trinken werden, lagern große Sandsteine, Sockelsteine für die Südseite der Fassade, Teile für die Umrahmungen und den Schmuck der Schlossfenster im Erdgeschoss. Seit November 2014 ist der Rohbau des Humboldt-Forums weitgehend fertiggestellt, im Inneren oder im Bereich der Kuppel gibt es noch reichlich Arbeit.

Kuppel des Humboldt-Forums. Foto: Ulrich Horb
Kuppel des Humboldt-Forums. Foto: Ulrich Horb

Die Vorbereitungen für das Richtfest am 12. Juni 2015 – exakt zwei Jahre nach der Grundsteinlegung – sind angelaufen. Das Fest im Foyer, dessen künftige gläserne Überdachung an diesem Tag  nur durch Planen angedeutet sein wird,  könnte einen Vorgeschmack geben auf das, was die Besucher später hier erwartet: die Begegnung der Kulturen, den Dialog.

Noch bieten die grauen Betonwände Sichtachsen und Ausblicke, die mit dem Einbau der Fenster und Türen langsam schwinden werden. Einiges wird auch erhalten bleiben, etwa der Blick hinaus aus  dem Schlüterhof auf die Straße Unter den Linden. Das Humboldt-Forum soll offen und zugänglich sein, auch nachts soll der Schlüterhof nicht verschlossen werden. Unter dem Bau liegen die Kellerfundamente des alten Stadtschlosses, 820 Quadratmeter groß an der südwestlichen Gebäudeseite, von Archäologen sorgsam freigelegt. Auch sie können später wieder besichtigt werden, im „Archäologischen Keller“, als Teil der Ausstellung zur Ortsgeschichte.

Blick ins Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb
Blick ins Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb

In den Bau, der den Raum des ehemaligen Stadtschlosses einnimmt und der mit  seiner  teilweise rekonstruierten Fassade auch die entsprechende Optik erhalten soll, werden Angebote der  Humboldt-Universität und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz  mit ihren ethnologischen Sammlungen einziehen. 4000 Quadratmeter stehen dem Land Berlin zur Verfügung.  Die Eröffnung ist im Jahr 2019 geplant.

595 Millionen Euro soll der Bau am Ende kosten. Davon übernimmt der Bund 483 Millionen Euro, 32 Millionen Euro und das Grundstück gibt das Land Berlin dazu.  80 Millionen Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden, zweckbestimmt für die Fassade – die geplante Rekonstruktion von  drei  historischen Außenfassaden des Schlosses und des Schlüterhofs. Weitere 25 Millionen Euro kosten Schlosskuppel und drei Innenportale des ehemaligen Großen Schlosshofs. Bis zum April 2015 ist nur die Hälfte der nötigen Spenden zusammengekommen, rund 59 Millionen Euro fehlen.

Blick ins Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb
Blick ins Humboldt-Forum. Foto: Ulrich Horb

Neil MacGregor, langjähriger  Leiter des British Museum in London, ist Anfang April 2015 berufen worden, das Haus mit Leben zu erfüllen. Gemeinsam mit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz und dem Kunsthistoriker Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität bildet er die Gründungsintendanz.  Von Oktober 2015 an werden sie für zwei Jahre die Schwerpunkte der Arbeit im Humboldt-Forum bestimmen. Es gilt, einen Ort zu schaffen, der mit seinen Themen und Fragestellungen international wirken kann, der als Platz des Dialogs der Kulturen Anerkennung  findet.

An den zwei Tagen nach dem Richtfest, am 13. und 14. Juni  2015, zeigt sich das Humboldt-Forum als offene Baustelle.

Zum Fotoalbum „Baustelle Humboldt-Forum“.

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