Category: Kreuzberg

KREUZBERGerLEBEN: achtziger Jahre

Ausblicke. 1984 im Kreuzberger Südwesten. Foto: Ulrich Horb

Ausblicke. 1984 im Kreuzberger Südwesten. Foto: Ulrich Horb

Zu Beginn der achtziger Jahre ist Kreuzberg im Umbruch.  Nach dem Bau der Mauer befindet sich der ehemalige Arbeiterbezirk am Rand der Stadt, die Grenze ist an vielen Stellen sichtbar.  Das Gewerbe, einst in den vielen Hinterhöfen zu Hause, wandert ab, Arbeitsplätze gehen verloren. Die Nachbarschaft ändert sich. Im Südwesten sind auf den abgeräumten Trümmergrundstücken Neubauten entstanden, im Südosten warten verfallende Altbauten auf den Abriss. Die Sanierung zerstört Nachbarschaften. Aber es gibt sie auch noch, die älteren Kreuzbergerinnen und Kreuzberger, die Hauswartsfrauen, die im Winter den Schnee von den Gehwegen kratzen, die Arbeiter, die in den Großdestillen einkehren, aus denen Rauch und Bierdunst auf die Straße drängt. Künstler zieht es in den Bezirk, Studentinnen und Studenten finden preiswerten Wohnraum.  In leerstehende Wohnungen ziehen Arbeiter, die aus Italien, Spanien oder der Türkei gekommen sind. Hausbesetzer reparieren notdürftig die Wohnungen in den Sanierungsgebieten und diskutieren politische Veränderungen. Es sind viele verschiedene Lebensmodelle, die hier aufeinander stoßen, mal im guten Einvernehmen, mal konfliktgeladen.

Read More

Kreuzberg, am Engelbecken

Es war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts gab es erste Überlegungen, einen Kanal durch die Luisenstadt zu bauen, um den Landwehrkanal mit der Spree zu verbinden. Im Revolutionsjahr 1848 begannen die Erdarbeiten. Viele Arbeitslose fanden dabei Beschäftigung, die Unzufriedenheit brach sich aber schon im Oktober wieder Bahn, als eine Dampfmaschine zum Read More

Kreuzberg, Viktoriapark

Schinkel-Denkmal auf dem Kreuzberg. Foto: Ulrich Horb

Aufgang zum Schinkel-Denkmal auf dem Kreuzberg. Foto: Ulrich Horb

Auf dem 66 Meter hohen Kreuzberg befindet als weithin sichtbare Spitze das von Karl Friedrich Schinkel und Johann Heinrich Strack entworfene Denkmal für die in den Befreiungskriegen (1813 bis 1815) gefallenen preußischen Soldaten.

Weniger sichtbar sind die im Sockel des Kreuzbergdenkmals gelagerten historischen Originalstücke, darunter etwa Schadows Fassadenschmuck für die Berliner Münze. Einblicke gibt es nur an wenigen Tagen im Jahr, wenn Frank Körner, ehemaliger Bauleiter im Hochbauamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Gruppen ehrenamtlich durch die Katakomben des Denkmals führt. In den Wintermonaten bleibt der Raum geschlossen – dann ist er den Fledermäusen vorbehalten. Im Sommer 2021, 200 Jahre nach der Einweihung des Denkmals, öffneten sich die Katakomben für eine Ausstellung mit Bildern des Kreuzberger Malers Kurt Mühlenhaupt, der im Januar 2021 100 Jahre alt geworden wäre.

Read More

Achtziger Jahre in Kreuzberg: Flächensanierung. Foto: Ulrich Horb

Kreuzberg, SO 36: achtziger Jahre

SO 36 – das Kürzel steht für den alten Postzustellbezirk Südost 36, der den östlichen Teil Kreuzbergs umfasste. 1978 haben die Gebrüder Blattschuss mit ihrem kalauernden Erfolgssong „Kreuzberger Nächte sind lang“ noch das Milieu der Lebenskünstler beschworen. In den achtziger Jahren wandelt sich das Bild Kreuzbergs in der Öffentlichkeit drastisch. Leerstehende Altbauten, Hausbesetzungen, Gewaltausbrüche am 1. Mai, ein geplünderter und zerstörter Supermarkt –   einige wenige Bilder prägen ab 1980 nachhaltig Kreuzbergs Ruf über Berlins Stadtgrenzen hinaus.  Noch 1991 behauptete der bayerische  Ministerpräsident Max Streibl in der Auseinandersetzung um den Hauptstadtbeschluss, in einer „Hauptstadt Kreuzberg“ würde der „Mob“ mitregieren.  Hier finden Sie Fotos aus dem Kreuzberg der achtziger Jahre.

Read More