Berliner Spezialitäten auf der Grünen Woche

Grüne Woche 2017: Stand von "Dörrwerk". Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017: Stand von „Dörrwerk“. Foto: Ulrich Horb

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Viel Süßes, etwas Hochprozentiges und ein wenig Senfsauce –  auf der Grünen Woche  2017 zeigten Berliner Firmen wieder in einer eigenen Halle, was die Hauptstadt für den Gaumen zu bieten hat.

Viel Landwirtschaft hat Berlin nicht zu bieten, einen Milchhof in Rudow, ein Stadtgut in Blankenfelde. Dennoch findet seit 1926 in den Messehallen unter dem Funkturm eine Schau der Landwirtschaft statt.  Zu sehen sind Produkte aus den verschiedenen Bundesländern und aus dem Ausland. Jedes Jahr gibt es ein besonderes Partnerland, 2017 war es Ungarn.

Berlins Aussteller haben ihren Stammplatz in der Halle 21 B, direkt neben dem Nachbarland Brandenburg in Halle 21 B. Organisiert wurde die Berlin-Halle auf der Internationalen Grünen Woche 2017 (20. bis zum 29. Januar 2017) von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz.

Grüne Woche 2017: Stand von Aseli. Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017: Stand von Aseli. Foto: Ulrich Horb

Berlins Aussteller zeigten 2017 eine Bandbreite von traditionellen  bis zu innovativen, ökologischen Produkten.  So war die Baumkuchenkonditorei Buchwald, die ihre seit 1852 bestehende Tradition heute  in der Tiergartner Bartningallee  pflegt, mit einem Stand vertreten. Fünf Generationen haben das Rezept bewahrt, nach dem noch heute Schicht um Schicht des Baumkuchens aufgetragen wird.  Seit 1921 stellt Aseli handgefertigte Schaumzuckerfiguren her.  Kistenweise verlassen vor allem   die traditionellen Schaummäuse die Fabrik, die von Alfred Seliger gegründet wurde und heute in der dritten Generation geführt wird. Die Zuckerwaren werden noch heute nach alten Familienrezepten handgekocht, handgespritzt und handverpackt. Ein Werksverkauf in der Granatenstr.22 (13409 Berlin) ist montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr geöffnet.

Eine schon verloren geglaubte Tradition greift Mampe auf. Das Elefantenlogo des Spirituosenherstellers zierte in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts  zahlreiche Berliner Eckkneipen, vor allem der Bitterlikör Halb & Halb, vom geheimen Sanitätsrat Carl Mampe   1831 als „bittere Tropfen“  gegen Cholera gebraut, war legendär.  Nach 1900 hatte der Erfolgszug der Likörfabrik begonnen, ab 1980 musste zeitweise die Produktion eingestellt werden., der Bitterlikör und der „Lufthansa Cocktail“ wurden in Lizenz produziert.  Die Berliner Unternehmer Tom Inden-Lohmar und Frank Zächel haben Mampe jetzt zu neuem Aufschwung und neuen Produkten verholfen.

Hochprozentig, gluten- und farbstofffrei  präsentiert Schilkin seine „Berliner Luft“. Sergej Schilkins Spirituosenfabrik wurde 1971 zum Volkseigenen Betrieb, Schilkin blieb allerdings bis zur Pensionierung 1981 Produktionsleiter und führte den Betrieb nach der Wende nach wieder als Eigentümer weiter.  Mit der „Berliner Luft“ gehört ein Pfefferminzlikör zum Angebot, zu den weiteren Produkten gehören Gin und Wodka.

Brlo, slawischer Name für Sumpf und wahrscheinlich der Namensgeber Berlins, heißt das Craft Beer, das am Gleisdreieck produziert und im Brlo-Brwhouse ausgeschenkt wird. Porter, Pale Ale, Weißbier und Helles werden als Biersortenangeboten.

Grüne Woche 2017: Stand von DDR Softeis. Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017: Stand von DDR Softeis. Foto: Ulrich Horb

Zu den Berliner Erfolgsgeschichten gehört Florida-Eis,  dessen Vorläufer 1927 erstmals in einem Spandauer Kino zum Verkauf kam.  Seit 1984 firmiert das Spandauer Eis-Café unter dem Namen Florida, die Qualität sprach sich schnell herum.  In den vergangenen Jahren gelang es der Eis-Manufaktur, ihren neuen Sorten auch in Berliner Supermärkten zu platzieren. An eine andere Tradition knüpft ein Unternehmen an, das unter den Namen DDR Softeis, seine süße Abkühlung in der traditionellen Muschelwaffel anbietet.  Der Eisanbieter ist auf Veranstaltungen und an der East-Side-Gallery präsent.

Große Mengen an Obt und Gemüse gelangen nicht in den Verkauf, weil sie wegen optischer Mängel aussortiert werden. Aus ihnen stellt „Dörrwerk“ in Handarbeit sein Fruchtpapier und seine Chips  her. Die „geretteten“ Lebensmittel werden zu gesunden und wohlschmeckenden Snacks.

Grüne Woche 2017: Stand von Origo-Kaffee. Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017: Stand von Origo-Kaffee. Foto: Ulrich Horb

Zeit für seine Produktion nimmt sich auch Origo, ein Berliner Kaffeeröster, der den ausgewählten Kaffeebohnen in einem langsamen und schonenden Verfahren  zu ihrem Aroma verhilft.  Aber auch auf den Anbau nimmt das in Tempelhof beheimatete Unternehmen Einfluss.

Mit einer handgemachten Berliner Senfsauce stellte sich ein kleines Unternehmen vor, das seine Anfänge im Wedding hatte. Wie auch die speziellen Salatsaucen (Blattgold Dressings) ist das Produkt u.a. bei „eat berlin“ in den Hackeschen Höfen erhältlich.

Grüne Woche 2017: Stand von Höflich Schokoladen. Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017: Stand von Höflich Schokoladen. Foto: Ulrich Horb

Süßes und Knuspriges hat Höflich Schokoladen aus Kreuzberg im Angebot. Der Knusperkern der kleinen Praline  ist mit unterschiedlichen Sorten von Zartbitter bis zu weißer Schokolade überzogen.

Etliche weitere Berliner Firmen haben ihre Produkte präsentiert, so etwa der Mineralwasserhersteller Spreequell, der Brause-Produzent Baikal mit seiner Marke  Wostok, Snackanbieter Quarki, Rango Bu mit seinen Kräutern, der Spandauer „Schoko-Engel“, der „Schokowachmacher“ Koawach, Cupcakes-Hersteller Tigertörtchen…

Grüne Woche 2017. Foto: Ulrich Horb
Grüne Woche 2017. Foto: Ulrich Horb

2018 findet die Internationale Grüne Woche vom 19. bis 28. Januar 2018 in den Messehallen am Funkturm statt. Geöffnet ist  täglich von 10.00  bis 18.00 Uhr, am 26. Januar 2018 gibt es verlängerte Öffnungszeiten bis 20.00 Uhr.

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