Berlin in neuem Licht

"Wächter der Zeit" beim Festival of Lights 2014. Foto: Ulrich Horb
„Wächter der Zeit“ beim Festival of Lights 2014. Foto: Ulrich Horb

Link zur Fotogalerie. Die Oktobernächte lassen Berlin strahlen.  Funkturm und Fernsehturm, Brandenburger Tor,  Potsdamer Platz und viele andere Sehenswürdigkeiten werden rund zwei Wochen lang bei Anbruch der Dunkelheit mit farbenprächtigen Projektionen überzogen. Was inzwischen jedes Jahr Hunderttausende von Menschen anzieht, fing 2004 mit deutlich weniger Licht an.

Alte Bibliothek. Foto: Ulrich Horb
Alte Bibliothek, Festival of Lights 2014. Foto: Ulrich Horb

Die ersten Überlegungen entstanden schon 2002.  Die City Stiftung Berlin, die sich der „Entwicklung und Verschönerung der innerstädtischen Regionen vor allem mit temporären Kulturinszenierungen“ verschrieben hat, wollte am Kudamm ein Lichterfest ins Leben rufen, als Attraktion in der dunklen Jahreszeit. Siegfried Helias, ehemaliger Berliner CDU-Abgeordneter, bis Ende 2012  Vorstandsvorsitzender der City Stiftung Berlin und seither deren Kuratoriumsvorsitzender, fand im Immobilienmanager Dr. Bernd Andrich und dem Lichtdesigner Andreas Boehlke, der mit phantasievollen Weihnachtsbeleuchtungen bekannt geworden war, Mitstreiter.  2004 wurde ein studentischer Wettbewerb ausgeschrieben, ein Lichtlauf führte vom Kudamm in der City-West zum Dom Aquarée nach Mitte. Im darauf folgenden Jahr  übernahm Birgit Zander mit ihrer Agentur Zander & Partner erstmals die Ausrichtung des Festivals of Lights und tauchte etliche Berliner Sehenswürdigkeiten in buntes Licht. Veranstalter blieb bis 2009 die Stiftung.

Brandenburger Tor, Festival of Lights 2015. Foto: Ulrich Horb
Brandenburger Tor, Festival of Lights 2015. Foto: Ulrich Horb

Der Erfolg war sichtbar. Immer mehr Installationen an immer mehr Orten zogen in den kommenden Jahren Schaulustige aus aller Welt an. Ihre Fotos der illuminierten Sehenswürdigkeiten  verbreiteten sich über das Internet.  2008 zählte der    Veranstalter  bereits mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher an den 48 angestrahlten Schauplätzen. Im Folgejahr  standen  schon 56 Orte zur Auswahl, darunter auch das  Alte Stadthaus am Molkenmarkt oder das Aquarium am Zoo.

2010 wurde Birgit Zanders Agentur auch Veranstalter.  Sponsoren und Förderer finanzierten das Festival und warben  mit immer aufwendigeren Illuminationen auch für sich. Ab 2012 entwickelten sich die Vorstellungen der Organisatoren in unterschiedliche Richtungen. 


2013 gründete sich der Verein Berlin leuchtet e.V., in dessen Vorstand auch  Lichtkünstler  Andreas Boehlke wechselte. Der Verein will erklärtermaßen keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Vorstandsvorsitzender ist Uwe Timm, Chef des Europacenters, Mitglieder sind Einzelpersonen, Unternehmen, aber auch die Arbeitsgemeinschaften von Einkaufsstraßen und Einkaufszentren, ganz im Sinne der  Vereinsidee, das Lichterfest stärker in der Stadtgesellschaft zu verankern.  Es sollen nicht nur schöne Bilder entstehen, mit den Möglichkeiten des Vereins und seiner Mitglieder können auch das ganze Jahr über Ideen in die Stadt transportiert werden. Agenturchefin Zander, die die Namensrechte am Festival of Lights hat, verfolgt ihr Konzept separat weiter und bietet es auch anderen Städten als  erfolgreiches Stadtmarketingtool an.

Projektion von Willy Brandt am Rathaus Schöneberg 2015. Foto: Ulrich Horb
Projektion von Willy Brandt am Rathaus Schöneberg 2015. Foto: Ulrich Horb

Damit hat Berlin nun im Oktober zwei sich ergänzende  Lichterfeste, das gut zweiwöchige von Berlin leuchtet und das etwas kürzere Festival of Lights.  Inzwischen rechnen die beiden Veranstalter mit zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern und  über 650.000 zusätzlichen Übernachtungen. Modernste Lichttechnik und ausgefeilte Projektionen sorgen für phantasievolle Bilder und zeigen, dass Licht Kunstwerke schaffen kann, wenn auch vergängliche. Im Schatten bleiben dabei oft die Künstlerinnen und Künstler.

Ergänzt und begleitet werden die Illuminationen von zahlreichen Veranstaltungen, Konzerten im Berliner Dom, Bustouren und  nächtlichen Dampferfahrten.

Die beiden Festivals im Internet:

Eindrücke von den Lichterfesten auf Nacht-in.Berlin:
Lichterfeste 2015: Klänge, Schatten, Lichter
Lichter der Nacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.